Wie funktioniert eigentlich Tierkommunikation?
- Nicole Flückiger

- vor 13 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
«Wie soll das eigentlich funktionieren?» Diese Frage begegnet mir immer wieder, wenn Menschen zum ersten Mal von Tierkommunikation hören. Und ehrlich gesagt: Ich habe sie mir früher selbst gestellt.

Vor über 20 Jahren besuchte ich meinen ersten Kurs bei René Bonanomi. Es ging damals nicht um Tierkommunikation, sondern um Medialität. Rückblickend waren es aber genau dieselben Wahrnehmungsprozesse, die ich heute in der Tierkommunikation nutze. Ich erinnere mich noch gut daran, wie skeptisch ich war. Die Vorstellung, etwas wahrnehmen zu können, das man weder sieht noch hört oder anfassen kann, war für mich damals schwer nachvollziehbar.
In einer der ersten Übungen sass ich einem Kurspartner gegenüber, schloss die Augen und sollte einfach wahrnehmen, was auftaucht. Keine Strategie, kein Nachdenken – nur beobachten. Und dann passiert genau das, was man nicht planen kann: Es zeigt sich etwas. Informationen kommen dabei nicht als fertiger Satz. Eher als einzelne Eindrücke. Ein Bild. Ein Gefühl. Manchmal eine Körperempfindung oder etwas, das sich schwer in Worte fassen lässt.
Nehmen wir an, ich sehe plötzlich einen bunten Vogel. Dann frage ich mein Gegenüber: «Kannst du damit etwas anfangen?» Wenn die Antwort Ja ist, beginnt das eigentliche Erkunden. Wofür steht dieser Vogel? Für Leichtigkeit? Für eine Erinnerung? Für etwas, das fehlt? Schritt für Schritt überprüft man die Wahrnehmung und nähert sich dem an, was tatsächlich stimmig ist.
Es ist ein ständiges Überprüfen. Am Anfang braucht man das Feedback des Gegenübers bei jedem Schritt – sonst hat man schlicht keine Ahnung, ob das, was man spürt, irgendetwas trifft. Mit der Zeit, und mit sehr viel Übung, wird man ein bisschen sicherer. Man lernt, der eigenen Wahrnehmung mehr zu vertrauen.
Genau so arbeite ich auch in der Tierkommunikation. Ich verbinde mich mit einem Tier und nehme wahr, was sich zeigt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es eine Katze, ein Pferd, ein Hund oder eine Schildkröte ist. Auch die Distanz ist nicht entscheidend – das Tier muss nicht bei mir sein.
Oft beginne ich ganz einfach mit Fragen wie: Wie fühlt sich dieses Tier an? Nehme ich Nähe oder Distanz wahr? Welche Bilder, Gefühle oder Gedanken tauchen auf? Dabei entsteht kein fertiger Film und keine Stimme, die mir alles erzählt. Es sind vielmehr einzelne Eindrücke, die sich nach und nach zu einem Gesamtbild zusammensetzen.
Für Menschen, die mit Tierkommunikation noch keine Erfahrungen gemacht haben, klingt das manchmal ein bisschen ungewöhnlich. Und das ist völlig verständlich. Ich bin aber überzeugt, dass die meisten Menschen solche Momente bereits erlebt haben – nur ohne sie bewusst einzuordnen. Vielleicht hast du schon einmal intensiv an jemanden gedacht und kurz darauf meldete sich genau diese Person. Oder du hattest ein starkes Gefühl für einen Moment, der sich später tatsächlich genau so gezeigt hat.
Für mich sind das Hinweise darauf, dass Wahrnehmung oft leiser ist, als wir erwarten – aber nicht weniger real. Deshalb glaube ich auch: Tierkommunikation ist nichts, das nur «besondere Menschen» können. Es ist etwas, das man lernen und entwickeln kann. Manche Menschen finden den Zugang schneller, andere brauchen mehr Übung. So wie bei jeder anderen Fähigkeit auch.
Eines ist dabei aber immer wichtig: Tierkommunikation ersetzt keinen Tierarzt. Wenn gesundheitliche Beschwerden oder körperliche Probleme vorliegen, gehören diese in fachkundige medizinische Hände.
Schlussendlich gilt auch hier dasselbe wie bei allem anderen: üben, Erfahrungen sammeln, Fehler machen, daraus lernen – und weitermachen. 🐾
